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	<title>Giebelbaerchen's Weblog</title>
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		<title>Giebelbaerchen's Weblog</title>
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		<title>Dunja</title>
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		<pubDate>Wed, 15 Jul 2009 17:54:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>giebelbaerchen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Zeit]]></category>

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		<description><![CDATA[Mein Hund stirbt. Eigentlich keine Nachricht, nicht mal für mich. Hunde sterben, so ist das. Sie sterben schneller als Menschen und das ist nicht zu ändern. Trotzdem ist mir zum Heulen. Weil ich mit Dunja das erste Mal einen wirklich treuen Freund für immer verlieren werde. Weil ich weiß, dass sie nicht sterben will, ein [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=giebelbaerchen.wordpress.com&blog=2288065&post=30&subd=giebelbaerchen&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p>Mein Hund stirbt. Eigentlich keine Nachricht, nicht mal für mich. Hunde sterben, so ist das. Sie sterben schneller als Menschen und das ist nicht zu ändern. Trotzdem ist mir zum Heulen. Weil ich mit Dunja das erste Mal einen wirklich treuen Freund für immer verlieren werde. Weil ich weiß, dass sie nicht sterben will, ein Tier will nie sterben. Und weil ich es doch tun muss: sie einschläfern.</p>
<p>Dunja hat Leberkrebs. Zumindest ist das die beste Erklärung für ihre Blutwerte. Sie kann die Nächte nicht mehr durchschlafen, weil sie ständig raus muss. Meine Eltern treibt sie damit in den Wahnsinn. Aber sonst ist sie fröhlich und freundlich wie immer. Nur eben noch ein bisschen älter und schusseliger und müder als sonst.</p>
<p>Dunja ist steinalt. Viel älter als Boxer normalerweise werden. Und das mit einem Herzfehler und einem Skelett, mit dem es ihr eigentlich nicht mehr möglich sein sollte, sich zu bewegen. Wenn sie lange gelegen hat, tut sie sich schwer mit dem Aufstehen und wenn sie schläft, dann schläft sie so tief, dass sie nicht mal die Anlieferung der neuen Sofas mitbekommen hat.  Das Alter macht sich immer schneller bei ihr bermerkbar. Jedes Mal, wenn ich nach Hause komme, ist es schlimmer.  Selbst wenn sie keinen Krebs bekommen hätte: viel älter wäre sie wohl nicht geworden.</p>
<p>Trotzdem tut es weh. Es kommt mir wie Verrat vor, meinen Hund in den Armen zu halten und zu warten, dass die Spritze wirkt. Dunja wird mir vertrauen und ich werde den Tierarzt für die Spritze bezahlen. Ich wünschte, sie hätte einen schöneren Tod: einfach morgens nicht mehr aufwachen. Und ich weiß,das wird nicht mehr passieren.  Selbst wenn ich wollte, ich könnte es ihr nicht erklären. Das ist das Schlimmste.</p>
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		<title>so ein Tag&#8230;</title>
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		<pubDate>Fri, 20 Feb 2009 16:09:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>giebelbaerchen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[Mir brennt noch noch immer die Schamröte auf den Wangen.  Seit vier Stunden.  Ich bin geschlagen. Sie haben meinen Text in der Luft zerrissen: zu langweilig, zu langsam, zu unfokussiert, zu unverständlich, zu falsch, zu, zu, zu&#8230;
Ich will es nicht mehr hören, ich könnte noch, aber ich will nicht mehr. Es interessiert sie nicht. Sie [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=giebelbaerchen.wordpress.com&blog=2288065&post=26&subd=giebelbaerchen&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p>Mir brennt noch noch immer die Schamröte auf den Wangen.  Seit vier Stunden.  Ich bin geschlagen. Sie haben meinen Text in der Luft zerrissen: zu langweilig, zu langsam, zu unfokussiert, zu unverständlich, zu falsch, zu, zu, zu&#8230;</p>
<p>Ich will es nicht mehr hören, ich könnte noch, aber ich will nicht mehr. Es interessiert sie nicht. Sie reden nicht mehr davon, nur in meinem Kopf hallen sie nach. Sie haben Dinge gesagt, für die ich mich schäme , weil sie wahr sind. Diese Scham ist das Schlimmste: Das Gefühl, ihnen nicht unter die Augen treten zu können, zu schlecht, zu schwach, zu langweilig.</p>
<p>Ich will hier weg und trau mich nicht. Die Scham, die Niederlage, die Enttäuschung kleben mich an meinen Stuhl. Ich mache mir aufbauende Gedanken, lese etwas richtig Gutes. Dann gehe ich. Montag nehme ich mir meinen Text noch mal vor.</p>
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		<title>Die Menschen sind schlecht.</title>
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		<pubDate>Sun, 27 Jul 2008 20:55:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>giebelbaerchen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine Diskussion heute zwingt mich zu Überlegungen über mein Menschenbild. Wie sehe ich den Menschen, was macht ihn aus? Eine Frage, so unaufregend und alt wie die Feststellung, dass die Menschen zwar verschieden, aber in ihrer Funktionsweise doch gleich zu sein scheinen. Mir aber geht es nicht um das naturwissenschaftlich weitgehend durchdrungene, körperliche Funktionieren des [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=giebelbaerchen.wordpress.com&blog=2288065&post=24&subd=giebelbaerchen&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p style="text-align:left;">Eine Diskussion heute zwingt mich zu Überlegungen über mein Menschenbild. Wie sehe ich den Menschen, was macht ihn aus? Eine Frage, so unaufregend und alt wie die Feststellung, dass die Menschen zwar verschieden, aber in ihrer Funktionsweise doch gleich zu sein scheinen. Mir aber geht es nicht um das naturwissenschaftlich weitgehend durchdrungene, körperliche Funktionieren des Menschen &#8211; so einfach wollte ich es mir nicht machen &#8211; sondern um das soziale Funktionieren, um die Frage &#8222;Ist der Mensch gut oder schlecht?&#8220;</p>
<p>Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass der Mensch schlecht ist, wobei man &#8222;schlecht&#8220; auch gerne mit &#8222;fehler-&#8220; oder &#8222;mangelhaft&#8220; ersetzen mag. Allerdings hätte das den Nachteil, kein Urteil, sondern lediglich eine recht banale Feststellung zu sein. Es geht mir aber eben um die Feststellung, dass der Mensch nicht nur Fehler hat, sondern dass einige dieser Fehler moralisch verwerflich sind.  Insofern fälle ich ein moralisches Urteil über die Menschen: sie sind ganz einfach schlecht. Ich weiss sie mir nicht anders zu erklären, ihre Primitivität, ihre Fähigkeit, sich gegenseitig umzubringen, sich zu hassen, zu hintergehen, aber auch Neid zu empfinden und Eifersucht, Wut und Überlegenheit. All dies sind Dinge, die schlecht, verwerflich und vielleicht sogar böse sind. Wie soll ich da nicht urteilen über sie?</p>
<p>Wenn aber die Menschen alle schlecht sind, wenn das Schlecht- sein sie alle vereint, wenn alle Menschen &#8211; ich selbst muss mich hier zu meinem Entsetzen einschließen &#8211; vor allen anderen Dingen ihre Schlechtigkeit teilen, dann erübrigt sich das Urteil. Wenn der Richter sich des gleichen Vergehens schuldig macht, wie der Angeklagte, mit welcher Berechtigung fällt er dann ein Urteil? &#8211; Mit dem Recht, das ihm sein Amt verleiht und auf Basis der Gesetze, die sich die Gesellschaft, die ihn eingesetzt hat, selbst gegeben hat. Ich urteile vom Richterstuhl einer Ethik aus, die nicht ich allein, sondern ich und all die anderen die schlechten, fehlerhaften und verwerflichen Menschen sich selbst gegeben haben. EIngesetzt hat mich keiner, aber ich glaube, dass mich hierzu mein Status als Mensch hinreichend befähigt und angesichts der Tatsache, dass unser Glashaus ohnehin schon so zerschmissen ist, macht ein Stein mehr oder weniger auch keinen Unterschied mehr.</p>
<p>Man möchte manchmal meinen, dies sei nur die Krönung der menschlichen Grausamkeit, die wir in der Lage sind, uns gegenseitig anzutun: Nicht nur sind wir schlecht, sondern wir geben uns auch noch die Instrumente, dies zu erkennen und schämen uns nachher (zumindest manche) für diese Erkenntnis.</p>
<p>Es ist natürlich wahr, dass auch wenn die Menschen in ihrer Gesamtheit schlecht sind, es doch einzelne Menschen gibt, die aufrichtig versuchen, sich an die Regeln einer allgemeinen Ethik zu halten. Und ich würde sogar so weit gehen zu sagen, dass selbst die schlechtesten Menschen manchmal, oder in bestimmten Kontexten, gute Menschen sind.  Aber irgendwie reicht das eben nie. Irgendwie läuft es fast immer darauf hinaus, dass es ein paar &#8222;Gute&#8220; gibt, die sich einer Überzahl von &#8222;Bösen&#8220; gegenüber sehen.</p>
<p>Manch einer würde mir an dieser Stelle widersprechen und sagen, dass die Guten meist die Machtlosen sind, also in der Mehrzahl, die sich gegen eine kleine, aber mächtige Gruppe wehren müssen, dass das Böse in dieser Welt von den Mächtigen kommt.  Aber ich bin gegen diese Sozialromantik, die jeden Armen automatisch zu einem guten Menschen und jeden Reichen zu einem bösen Unterdrücker macht. Denn leider habe ich bei vielen Armen das Gefühl, dass sie, wenn sie nur könnten, sich genauso verhalten würden, wie die unmoralischen Mächtigen. Wenn sie könnten, würden auch sie Steuern hinterziehen, Anleger betrügen, Kriege vom Zaun brechen, die Umwelt verschmutzen, Löhne einbehalten und was sonst noch so im Werkzeugkasten der skrupellosen Mächtigen an Instrumenten zur Auswahl steht, nutzen. Und das auch nur um eine eigene Yacht, ein Haus, oder auch nur einen größeren Fernseher zu besitzen.</p>
<p>Ich will damit natürlich nicht sagen, dass die Mächtigen und Reichen dieser Welt keine schlechten Menschen sind, ganz im Gegenteil sie sind meist ausgemachte Schweinehunde, leider gilt das aber eben für die Mehrheit aller Menschen. Bei dem, was teilweise an Nachbarschaftskriegen allein in deutschen Vorstädten abgeht, bin ich ganz froh, dass die meisten Menschen sich keine Schlägerbanden leisten können.</p>
<p>Nein, gute Menschen gibt es nur sehr sehr wenige und selbst die sind nicht frei von gelegentlicher Charakterschwäche. Das reicht leider nicht aus, um die Menschen so ganz im Allgemeinen aus den moralischen Miesen zu holen. Sie bleiben schlecht.</p>
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		<title>Japan- Oertchen</title>
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		<pubDate>Tue, 22 Apr 2008 11:21:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>giebelbaerchen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[Meine Leser moegen es mir verzeihen, dass ich diesen Artikel einem so unspektakulaeren und von manchen vielleicht auch als unappetitlich empfunden Thema, wie der Toilette widme, aber da man beim Besuch in einem fremden Land auch um den Besuch derselben nicht herumkommt und sie sich in Japan doch erheblich von den in Deutschland ueblichen Exemplaren [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=giebelbaerchen.wordpress.com&blog=2288065&post=14&subd=giebelbaerchen&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p>Meine Leser moegen es mir verzeihen, dass ich diesen Artikel einem so unspektakulaeren und von manchen vielleicht auch als unappetitlich empfunden Thema, wie der Toilette widme, aber da man beim Besuch in einem fremden Land auch um den Besuch derselben nicht herumkommt und sie sich in Japan doch erheblich von den in Deutschland ueblichen Exemplaren unterscheidet, scheint es mir nicht unpassend, der japanischen Toilette einen Artikel zu widmen.</p>
<p>Sind die Vereinigten Staaten von Amerika das Land der unbegrenzten Moeglichkeiten, so ist Japan das Land der fast unbegrenzten Loesungen. Das schlaegt sich auch in der Gestaltung des stillen Oertchens nieder, das in vielen Faellen allerdings als solches nicht bezeichnet werden sollte. So findet man in Japan gelegentlich das luxurioese Modell, welches zu bestaunen ich in einem Kaufhaus in Naehe des Kyotoer Bahnhofes die Ehre hatte. Auf die ganz normale Toilettenschuessel war ein Sitz (mit dem fuer die Benutzung desselben noetigen Loch) montiert und an eine Steckdose angeschlossen. Auf diesem recht volumonoesen Thron sitzend konnte der Benutzer durch eine in der Armlehne eingebaute Tastatur fuer maximale Gemuetlichkeit waehrend seiner Aufenthaltes sorgen. So war der Sitz beispielsweise heizbar, fuer gehemmte Gemueter liess sich Musik oder das Plaetschern von Wasser abspielen (mit selbstverstaendlich verstellbarer Lautstaerke), wer gar nicht konnte konnte seine Umwelt durch das abschliessende Abspielen des Geraeusches einer Wasserspuelung ueber die Natur seiner Sitzung in der schwarz gestrichenen Kabine taeuschen und wer gekonnt hatte, konnte durch das Verstaeuben eines Gegenduftes dies ebenfalls in Abrede stellen. </p>
<p>Dies war zugegeben ein ueberraschend vollstaendig ausgestattetes Modell, man kann das ganze auch wesentlich spartanischer, naemlich nur beheizbar haben. Oder man trifft auf das aeusserst umweltfreundliche Modell aus unserer Herberge, in welchem ueber dem Spuelkasten ein Waschbecken installiert ist, dessen Abfluss in den Spuelkasten laeuft. Wenn man die Spuelung zieht, laueft aus dem Wasserhahn ueber dem Waschbecken das Wasser in den Spuelkasten nach und man kann sich mit eben diesem Wasser ausserdem noch die Haende waschen. Wobei die Japaner aus einem mir unerfindlichen Grund in kaum einer Toilette Seife zur Verfuegung stellen. </p>
<p>Allerdings sind all dies die aus dem Westen uebernommenen Modelle, wirklich japanische Toiletten, wie man sie beispielsweise in Tempeln oft antrifft, waren fuer mich zunaechst eine etwas unangeheme Ueberraschung: Sie sind genau genommen ein Loch im Fussboden. Nichts da mit beheizbar und Musik dabei, einfach nur ein Loch oder eine einbetonierte Kloschuessel. A troestete mich: &#8222;Diese Toiletten sind wesentlich gesuender, bei regelmaessiger Benutzung sinkt das Risiko, einer Blinddarmentzuendung, einer Darmkrebserkrankung und einer Erkrankung an Morbus Kron.&#8220; Dennoch frage ich mich manchmal, ob dieses Risiko nicht die stille Vertrautheit eines Oertchens wert ist? </p>
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		<item>
		<title>Japan II &#8211; Fahrraeder im Regen</title>
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		<pubDate>Sun, 13 Apr 2008 10:39:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>giebelbaerchen</dc:creator>
				<category><![CDATA[die Welt und ich]]></category>

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		<description><![CDATA[Japaner scheinen eine gewisse Affinitaet zum Boden, zur Erde, zur ultimativen Sicherheit zu haben, das sagte ich schon. Nun habe ich aber auch ein neues Beispiel gefunden: die Fahrradfahrer. Im Prinzip tut ein Fahrradfahrer alles, um moeglichst wenig mit dem Boden in Beruehrung zu kommen. Je duenner die Reifen und je hoeher der Sattel, desto besser [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=giebelbaerchen.wordpress.com&blog=2288065&post=12&subd=giebelbaerchen&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p>Japaner scheinen eine gewisse Affinitaet zum Boden, zur Erde, zur ultimativen Sicherheit zu haben, das sagte ich schon. Nun habe ich aber auch ein neues Beispiel gefunden: die Fahrradfahrer. Im Prinzip tut ein Fahrradfahrer alles, um moeglichst wenig mit dem Boden in Beruehrung zu kommen. Je duenner die Reifen und je hoeher der Sattel, desto besser die Umsetzung der Muskelkraft des Fahrers in moeglichst lautloses Reifenrollen. Fahrraeder sind eigentlich dafuer gemacht, dass man die Fuesse vom Boden nimmt und sie nur dann auf die Strasse stellt, wenn man an einer Ampel halten muss.</p>
<p>Japanern scheint das Angst zu machen. Zwar sind sie durch ihren instinktsicheren Hang zum Praktischen schon vor langer Zeit darauf gekommen, dass Fahrraeder in einer weitgehend ebenen Stadt ein guenstiges und schnelles Verkehrsmittel sind, aber die Vorstellung, dabei den sicheren Boden verlassen zu muessen und sich zwei Kautschukreifen anzuvertrauen scheint ihnen zutiefst suspekt zu sein. Und so fahren sie zwar massenweise stabile Hollandfahrraeder, stellen aber den Sattel nie hoch genug, also so, dass man mit ausgestrecktem Bein auf dem Sattel sitzend das tief stehende Pedal noch erreicht, ein. (Was bei der Groesse der meisten Japaner nicht daran liegt, dass man man ihn nicht hoeher einstellen koennte.) &#8220;wie ein Affe auf dem Schleifstein&#8220; dachte ich, als ich das das erste Mal sah. Das Absurde daran ist, dass das Fahrradfahren auf diese Weise erstens anstrengender und zweitens unsicherer wird. Und so schlenkern Japaner dann beim Fahrradfahren auch noch hin und her und aehneln dabei Erwachsenen, die das Fahrrad ihrer Kinder ausprobieren.</p>
<p>So ist es sicherlich vernuenftig, dass Fahrradfahrer hier die gleichen Wege wie Fussgaenger benutzen, was allerdings dazu fuehrt, dass sie auch wieder nicht wesentlich schneller sind als per pedes. Auf den Buergersteigen wird es so fuer die Fussgaenger ziemlich eng und gelegentlich auch gefaehrlich,  sie sich zwischen zwei sich entgegenkommenden, klingelnden Fahrradfahrern mit grossen transparenten Regenschirmen eingeklemmt sehen, und versuchen muessen, weder ueberfahren noch von einer Speiche aufgespiesst zu werden.</p>
<p>Vielleicht werden japanische Fahrradsaettel so niedrig eingestellt, damit man mit Regenschirm fahren kann. Mir selber ist es jedenfalls nie gelungen Fahrrad und Regenschirm gleichzeitig zu benutzen. Japaner koennen das und weil es in den letzten Tagen hier viel geregnet hat, sind wir dazu gekommen, diese Faehigkeit ausgiebig zu bewundern. Die ganz ausgebufften haengen dann auch noch ihre Einkaeufe an den gebogenen Griff ihres Regenschirms, so dass sie nicht nur den Schirm, sondern auch das schlenkernde Fahrrad und die hin und her baumelnden Tueten zwischen all den anderen Regenschirmen, Fussgaengern und Fahrradfahrern hindurchbalancieren muessen.</p>
<p>Der Regen fuehrt auch dazu, dass unsere Schuhe aufweichen. Zum Glueck habe ich im Flugzeug eine Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung mitgenommen. Die wandert nun Stueck fuer Stueck in unsere nassen Schuhe um sie zu trocknen und ich lese mich im Rhythmus der Regentage durch Feuilleton, Politik, Wissenschaft und Beruf und Bildung. Noch reicht es fuer ein paar Regentage. Das Problem haben japanische Fahrradfahrer nicht. Selbst der kleine Abstand zwischen Pedal und Trottoir verhindert, dass ihre Schuhe unter dem Regenschirm nass werden.   </p>
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		<title>Japan I</title>
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		<pubDate>Wed, 09 Apr 2008 04:42:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>giebelbaerchen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[die Welt und ich]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Giebelbaerchen ist gerade in Japan. Ein Grund mehr zu bloggen. Ich hoffe, in den naechsten drei Wochen einige interessante und skurille Dinge aus dem Land der Samurai und der Karaokeboxen berichten zu koennen. Vorerst bin ich erst seit zwei Tagen hier und staune immer noch mit grossen Augen um mich herum. Wir sind in [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=giebelbaerchen.wordpress.com&blog=2288065&post=11&subd=giebelbaerchen&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p>Das Giebelbaerchen ist gerade in Japan. Ein Grund mehr zu bloggen. Ich hoffe, in den naechsten drei Wochen einige interessante und skurille Dinge aus dem Land der Samurai und der Karaokeboxen berichten zu koennen. Vorerst bin ich erst seit zwei Tagen hier und staune immer noch mit grossen Augen um mich herum. Wir sind in einem Ryokan, einem japanischen Gaestehaus untergekommen. Es liegt in einer der unzaehligen Seitengassen Kyotos und ist tatsaechlich so klein, wie es von aussen aussieht. Aber die Japaner verstehen sich darauf, Platz auszunutzen. A erklaerte mir ausserdem: in Ryokans geht es auch um das Miteinander der Reisenden.</p>
<p>Wohl um dieses Miteinander zu foerdern hat man in unserem Gaestehaus auf Schalldaempfung keinen Wert gelegt. Die Waende sind eigentlich nur ein Zeichen des guten Willens, eine symbolische Reverenz an die im Westen so geschaetzte Privatsphaere. Man hoert dennoch jedes Wort, das im Nebenraum gesprochen wird, jedes Rascheln einer Tuete und das lautstarke Abreisen chinesischer Reisegruppen um sechs Uhr morgens. </p>
<p>Wenn man dann einmal schlaeft, liegt es sich auf den Futons eigentlich ganz gut, wenn sich auch der matratzenverwoehnte Europaeer an ein etwas haerteres Liegen gewoehnen muss. Die Futons werden abends auf dem mit Reisstrohmatten, den Tatamis, ausgelegten Fussboden ausgerollt, dazu eine Decke und ein Kopfkissen, fertig. Morgens rollt man, statt das Bett zu machen, einfach alles wieder zusammen. Auf diese Weise kann ein Zimmer auch sehr viel kleiner sein, als in Europa, ohne als beengend empfunden zu werden, das platzfressende Bett verschwindet tagsueber.</p>
<p>Ausserdem lebt man in Japan auf dem Fussboden. Das hat nicht nur zur Folge, dass jeder Raum groesser erscheint, sondern man benoetigt auch keine Stuehle. Japanische Raeume kommen mit erschreckend wenig Moebeln aus. Bei uns im Zimmer stehen eigentlich nur ein kleiner flacher Tisch und ein Fernseher, mehr ist nicht noetig.</p>
<p>Neben den Schlafgelegenheiten hat unser Ryokan auch noch einige weitere der kleinen japanischen Besonderheiten vorzuweisen, ueber die ich mich immer wieder freue. Zum Beispiel das Badezimmer: eigentlich besteht es aus zwei Raeumen. Der erste beinhaltet zunaechst ein Waschbecken, an welchem man tun kann, was normale Menschen an Waschbecken tun. Des Weiteren eine Stange ueber dem Waschbecken, an der man sein Handtuch aufhaengen kann und einen Korb, in welchem man angehalten ist, seine Klamotten zu lassen, sollte man vorhaben zu duschen. Die Dusche befindet sich im naechsten Raum. Japaner duschen fuer gewoehnlich im Sitzen. Dafuer gibt es eine praktische Plastikschuessel, die umgedreht als Sitzgelegenheit fungiert und einen Spiegel in entsprechender Hoehe, der es dem Sitzenden erlaubt, sich beim Reinigungsvollzug eingehend zu betrachten. direkt vor der Dusche liegt eine kleine, tiefe Wanne, die zum gelegentlichen Bad genutzt wird, was Sinn macht, denn Japaner duschen sehr gruendlich, bevor sie in die Wanne steigen. Ebenfalls bemerkenswert: die Pantoffeln, die in jeder Toilette stehen und die man unbedingt fuer den Toilettenbesuch, aber keinesfalls ausserhalb der Toilette anziehen darf. Man mag sich die zahlreichen kulturellen Missverstaendnisse, zu denen sie bereits gefuehrt haben muessen, gar nicht vorstellen.</p>
<p>Aber das Ryokan ist der ideale Ort, um sich schon einmal auf Japan und den Moloch Kyoto einzustimmen, bevor man morgens das Haus verlaesst. Denn hat man diese kleinen Basics erst einmal verstanden, beginnt man den Tag mit dem zuversichtlichen Gefuehl, dass die japanische Kultur zu verstehen, so schwer nicht sein kann. Davon, wie schnell dieser vollkommen unbegruendete Optimismus pragmatischer Resignation weicht, vielleicht ein andermal.</p>
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		<title>à la recherche d&#8217;un objet perdu</title>
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		<pubDate>Sun, 09 Mar 2008 22:34:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>giebelbaerchen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Zeit]]></category>
		<category><![CDATA[die Welt und ich]]></category>

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		<description><![CDATA[Die letzte Woche habe ich damit zugebracht, meine Uhr zu suchen. Im Uhrensuchen habe ich Übung, leider kann ich nicht behaupten besonders gut darin zu sein, meine ersten beiden Uhren habe ich nie wieder gesehen. Nachdem ich die Vorgängerin meiner jetzigen Uhr verloren hatte, habe ich etwa zwei Jahre ohne Uhr gelebt und dabei nie [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=giebelbaerchen.wordpress.com&blog=2288065&post=10&subd=giebelbaerchen&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p>Die letzte Woche habe ich damit zugebracht, meine Uhr zu suchen. Im Uhrensuchen habe ich Übung, leider kann ich nicht behaupten besonders gut darin zu sein, meine ersten beiden Uhren habe ich nie wieder gesehen. Nachdem ich die Vorgängerin meiner jetzigen Uhr verloren hatte, habe ich etwa zwei Jahre ohne Uhr gelebt und dabei nie das Gefühl gehabt, dass mir etwas fehlte. Ich hatte erstens ein Handy und lernte zweitens den Luxus, nur annährend wissen zu müssen wieviel Uhr es ist, kennen.  Doch nun hatte ich wieder eine Uhr. Seit Weihnachten um genau zu sein und dieses Mal wollte ich alles daran legen, sie nicht wieder zu verlieren.</p>
<p>Dabei hätte ich es besser wissen müssen. In meiner Familie gibt es einfach zu viele Geschichten über verlorene Schmuckstücke und Wertgegenstände. Mein Bruder beispielsweise hat in seinem Leben bestimmt drei schweizer Offiziersmesser beim Räuberhöhlenbau im Park verloren. Besonders übel nahm ich ihm, dass jedes Mal, nachdem er eines verloren hatte, er bei der nächsten sich bietenden Gelegenheit ein besseres geschenkt bekam, so dass das letzte, an das ich mich erinnern kann nicht nur ein Messer, eine Säge, eine Schere und so weiter hatte, sondern ausserdem einen Zahnstocher aus Plastik und eine Pinzette, die man oben aus dem roten Rahmen des Messers ziehen konnte.</p>
<p>Oder meine Schwester, die von ihrer Tante eine goldene Brosche in Form eines Reiters geschenkt bekam. Eines Tages war die Brosche nicht mehr aufzufinden und alles Suchen dieser Welt brachte sie nicht wieder zum Vorschein. Meine Großmutter hatte auch so ein Talent. So warf sie beispielsweise einmal eine ganze Garnitur alter silberner Löffel aus dem Familienschatz mitsamt den leeren Yoghurtbechern in denen sie standen in den Müll.</p>
<p>Mit meiner Uhr war ich hingegen sehr sorgfältig gewesen. Es gab nur zwei Orte, an denen ich sie ablegte: neben dem Waschbecken und auf dem Schreibtisch. Ich hielt mich für sehr gewissenhaft in dieser Frage, aber plötzlich war sie nicht mehr da. Ich begann mein Zimmer zu durchsuchen.  Unter dem Bett zog ich die Schublade heraus, ich hob die Matratze hoch, räumte mein Regal aus und fand schließlich als Trostpreis eine Sicherheitsnadel. Schließlich ging ich dazu über zu fragen, ob jemand meine Uhr gesehen habe. Die Putzfrau dachte, ich habe sie im Verdacht, die Uhr gestohlen zu haben und der Fensterputzer schaute hilflos. Gesehen hatte sie keiner. Nachdem ich noch einmal mein Zimmer durchsucht hatte, bereitete ich mich schließlich darauf vor, den Verlust von Uhr Nr. 3 öffentlich machen zu müssen.</p>
<p>Ich hätte es besser wissen müssen. Gestern habe ich sie gefunden. Sie war von meinem Schreibtisch in einen Schuh gefallen. Der Schuh war danach unter den Tisch geschoben und eine Woche lang  nicht getragen worden. Er war ausserdem auf die Seite gekippt, so dass man nur bei einem bestimmten Lichteinfall, auf dem Bett sitzend, die Schließe des Armbands glänzen sah.</p>
<p>&#8222;Gut Ding will Weile haben&#8220; dachte ich und zog die Uhr aus ihrem Versteck. Selbst im Verlieren scheint meine Familie nicht besonders gründlich zu sein. Die Brosche meiner Schwester fand ich eines Tages beim gedankenverlorenen Bohren in den Tiefen einer Sofaritze. Sie hatte dort mehrere Jahre gelegen. Bis ich die beiden anderen Uhren wiederfinde, werden sie stehen geblieben sein.</p>
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		<title>Der Sommer ist da!</title>
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		<pubDate>Thu, 21 Feb 2008 22:58:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>giebelbaerchen</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Seit dem Wochenende werde ich das Gefühl nicht los, dass es Zeit ist, an den Sommer zu denken. Unter meinem Fenster übten sich Vier im Kickboxen. Einer boxte, einer hielt seine gepolsterten Unterarme hin, einer schlich um sie herum und der vierte stand neben den Rucksäcken und hatte seine wattierte Jacke mit Kunstpelzbesatz an der [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=giebelbaerchen.wordpress.com&blog=2288065&post=9&subd=giebelbaerchen&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p>Seit dem Wochenende werde ich das Gefühl nicht los, dass es Zeit ist, an den Sommer zu denken. Unter meinem Fenster übten sich Vier im Kickboxen. Einer boxte, einer hielt seine gepolsterten Unterarme hin, einer schlich um sie herum und der vierte stand neben den Rucksäcken und hatte seine wattierte Jacke mit Kunstpelzbesatz an der Kapuze nicht zugemacht. Irgendwann tauschten sie auch mal die Rollen. Boxen, hinhalten, schleichen, rumstehen. Die Sonne malte ihre Schatten so scharf, als wäre es August.</p>
<p>Dieses Sonnenlicht, wenn es durch das Fenster auf meinen Schreibtisch fällt, wenn es Schatten schwärzt und Hauswände in grelles Licht taucht, dieses Licht ist Sommerlicht. Es erinnert mich an belaubte Bäume im satten Grün, an Wiesen auf denen gegrillt wird, an Frauen mit lackierten Fußnägeln, an Mädchen in Bikinitops und Jungs, die Bier über Steaks kippen. Es erinnert mich an die Wärme der Erde, wenn die Sonne fort ist, an nackte Füße auf Freibadrändern, an die Angst vor Wespenstichen und an Wespenstiche. Dieses Sommerlicht bringt mit sich den Geruch von viel zu altem Sonnenöl, von Regen, der auf warmen Asphalt fällt, von Heuernten und von kleinen, tiefroten Erdbeeren, die man nur selber pflücken kann und noch sonnenwarm isst.</p>
<p>Weil es noch immer Februar ist und sich selbst hier das Wetter an gewisse Mindeststandards hält (immerhin zahlt man hier seine Steuern oder auch nicht), war es zu all dem Sonnenschein leider ordentlich kalt. Doch das musste mich in meinem warmen Zimmer ja nicht stören. So gab ich mich lustvoll der optischen Täuschung hin und wähnte mich im Juli. Im Geist malte ich das Gras ein bisschen grüner, schenkte den Bäumen Blätter und legte eine graue Glocke aus schwülem Sommersmog über die Stadt. Dann dachte ich an Eiscrem, Straßencafés und Flipflops an gebräunten Füßen. Die Jogger schwitzten ein bisschen mehr und die Hundebesitzer trugen T-Shirts.</p>
<p>Diese Gedanken machten mich glücklich. So glücklich wie man an einem freien Tag im Sommer eben ist, wenn es warm ist und im Schwimmbad Handtuch an Handtuch liegt. Deshalb denke ich jetzt jeden Tag an den Sommer, auch wenn die Sonne nicht scheint. Denn was gibt es Schöneres, als sich von einer solchen Erinnerung durch eine graue Februarwoche begleiten zu lassen?</p>
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	</item>
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		<title>Pariser Sonntagsglück</title>
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		<pubDate>Tue, 05 Feb 2008 00:50:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>giebelbaerchen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Zeit]]></category>
		<category><![CDATA[die Welt und ich]]></category>

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		<description><![CDATA[Sonntagssonne. Auf der Nase. Auf dem Weg vor mir:  ein Pärchen auf Inlineskates, ein Wettrennen. Wer gewinnt? Er, natürlich. Die Jungs mit dem Fußball. Ich erkenne C. am schwarzen Pullover, er hat den Arm gegen die Sonne erhoben und sieht mich nicht. Die Metro ist voller Ausflügler, Familien mit Kindern, schwarzhaarige Väter und ihre [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=giebelbaerchen.wordpress.com&blog=2288065&post=8&subd=giebelbaerchen&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p>Sonntagssonne. Auf der Nase. Auf dem Weg vor mir:  ein Pärchen auf Inlineskates, ein Wettrennen. Wer gewinnt? Er, natürlich. Die Jungs mit dem Fußball. Ich erkenne C. am schwarzen Pullover, er hat den Arm gegen die Sonne erhoben und sieht mich nicht. Die Metro ist voller Ausflügler, Familien mit Kindern, schwarzhaarige Väter und ihre Söhne, ganze Liebespärchen und halbe auf dem Weg zur Vervollständigung irgendwo in dieser Stadt, vielleicht am Jardin du Luxembourg, vielleicht am Louvre, vielleicht am Brunnen von St. Michel.</p>
<p>Ich gehe zum Centre Pompidou, alleine. Die Sonne liebt diesen Platz, seine abschüssige Ebene ist Bühne und Tribüne zugleich. Auf der einen Seite üben sich drei Teenager im Tanzen. Ihr Ghettoblaster spuckt Techno. Auf der anderen Seite des Platzes durchbohrt ein Zauberer seinen Holzkasten mit rosa Schwertern und die Zuschauer halten Abstand. Der alte Trick mit dem Kasten und der Jungfrau (in diesem Falle ein Hund) funktioniert immer noch.</p>
<p>Das Erlebnis des Tages ist für mich die Fahrt auf der Rolltreppe in den vierten Stock des Museums. Wir gleiten außen an der Fassade entlang, in einer großen gläsernen Röhre. Die Konstrukteure des Centre waren gnädig, als sie diese Treppe bauten, denn sie schenkten den Kunstliebhabern und Touristen eine Entdeckung der besonderen Art. Ich notiere hastig:</p>
<p align="center"><i>Was man in Paris tun muss:</i></p>
<p align="center"><i> Mit der Rolltreppe mindestens in den vierten Stock des Centre Pompidou fahren. Unten auf dem Platz: der Zauberer; von oben hofft man, ein Stück seiner Magie zu durchschauen, aber man sieht nur, wie er immer kleiner wird. Die Tänzer zucken jetzt ohne Musik, schwingen die Arme und die Knie. Langsam hebt die Treppe mich auf die Höhe der Häuser am anderen Ende des Platzes. Und dann tauch sie auf: Schiebt sich langsam und massig über Schornsteine und Heizungsrohe, über Blechdächer, von Tauben besetzt: St. Eustache. Ihr massiger, kreuzförmiger Bau, der aus keiner Zeit zu stammen scheint, erhebt sich in stiller Majestät über alles Kurzlebige, das sie mühelos überschaut, all die Dinge, die  entweder mit oder vor ihr untergehen werden. Sie weiß um ihre Größe und ihr entfernter Nachbar, in dessen glitzernden Glasrohren ich aufsteige um sie bewundern zu können, ist ihr keine Konkurrenz. Sie ist da und allein das stiehlt all dem Glas und all den Farben einfach die Schau.</i></p>
<p>Das Museum? voller Menschen, ein großes orangenes Nashorn aus glänzendem Kunststoff, erträgt es geduldig, Kindern ein erstes Kunsterlebnis zu sein. Ich flüchte mich auf die Rolltreppe und fahre bis in den sechsten Stock. Dass ich an einem Museum für moderne Kunst einmal besonders den Blick auf eine Kirche des 16. Jahrhunderts schätzen würde &#8211; für mich ein urbaner Glücksfall.</p>
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		<title>Warum ich das Internet mag</title>
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		<pubDate>Wed, 30 Jan 2008 00:12:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>giebelbaerchen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Das Netz]]></category>
		<category><![CDATA[die Welt und ich]]></category>

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		<description><![CDATA[Eigentlich wollte ich heute was Politisches schreiben.  Aber wie das bei allen politischen Themen nun einmal so ist, gelangt man bei der Recherche sehr schnell in die Untiefen des Internets. Es begann mit einem Namen, den ich nicht zuordnen konnte. Mein erstes und liebstes Suchinstrument ist in solchen Fällen immer Google. Das Schöne an [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=giebelbaerchen.wordpress.com&blog=2288065&post=7&subd=giebelbaerchen&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p>Eigentlich wollte ich heute was Politisches schreiben.  Aber wie das bei allen politischen Themen nun einmal so ist, gelangt man bei der Recherche sehr schnell in die Untiefen des Internets. Es begann mit einem Namen, den ich nicht zuordnen konnte. Mein erstes und liebstes Suchinstrument ist in solchen Fällen immer Google. Das Schöne an Google ist ja, dass es so dumm ist. Das Programm stellt einfach alles, was in sein Suchraster passt, auf meinen Bildschirm.  Das führt dann dazu, dass ich immer wieder auf Seiten stoße, deren <a href="http://www.preisderfreiheit.de/index.html">Bizarrerie</a> mich wahlweise vor Lachen unter dem Tisch verschwinden lässt, mir kalte Angsschauer den Rücken hinunterjagt, oder mich vollkommen fassungslos zurücklässt. Das ist es, was ich am Internet so mag. Nichts ist unmöglich.</p>
<p>Der gesuchte Name führte mich beispielsweise auf die Seite eines <a href="http://www.brusselsjournal.com/">konservativen europäischen blogs</a>,  in dem sich ein Autor tatsächlich nicht zu schade war, Jean- Marie Le Pen, den Vorsitzenden des Front National, der französischen Version der NPD, als salonfähigen Kritiker zu <a href="http://www.brusselsjournal.com/node/2859">zitieren</a>. Das muss man erst mal bringen. Auch als Konservativer. Da das Internet noch weitgehend anonym ist, schaue ich mir solche Seiten, wenn ich auf sie treffe, meist auch an. Es interessiert mich, wie andere Menschen ticken, wie sie argumentieren. Leider sind Seiten, die sich als Gegenentwurf zu den von ihnen so genannten &#8222;etablierten Medien&#8220; oder &#8222;Massenmedien&#8220;, verstehen, selten wirklich gut und intelligent. Meist überwiegen Polemik und schnelle, ideologisch gefärbte Urteile wirkliches Nachdenken und Analysen.  Das gilt im Übrigen für Seiten von Rechts und von Links, von Öko und und von Autofahrer. Schlichtheit und Fanatismus haben nun einmal keine politische Heimat.</p>
<p>Aber auch dieses ist wieder einer der großen Vorteile des Internets. Sicher, man kann in den wenigsten Fällen von ausgewogenem Qualitätsjournalismus reden. Auch kann man sich fragen, ob die allgemeine Meinungskakophonie des Internets tatsächlich zu einer wirklichen Auseinandersetzung zwischen Menschen mit verschiedener politischer und ideologischer Heimat führt. Einiges spricht dagegen. Nicht zuletzt der Umstand, dass gerade in politischen Foren oft sehr stark moderiert wird und gelegentlich bereits auf der Startseite andersartige Meinungen sehr deutlich ausgeladen werden. Ich vermute dahinter zwei Gründe: erstens dienen viele Foren nicht dem kritischen Austausch, sondern einer ständigen Selbstspiegelung und Nabelschau von Gruppen, die sich auf diese Weise ihrer Existenz und ihrer Identität versichern. Das ist in den anonymen Weiten des Netzes wahrscheinlich eine nicht zu unterschätzende Motivation. Zweitens jedoch lässt der Umgangston von Forenteilnehmern Moderatoren keine Wahl, wenn ihr Forum nicht zum Schauplatz einer verbalen Schlammschlacht degenerieren soll.  Woher dieser Umgangston kommt, darüber haben sich schon Klügere als ich den Kopf zerbrochen. Ich tippe auf gesenkte Hemmschwellen im Schutz der Anonymität eines Nicknames und eine allgemein mangelhalfte Diskussionskultur. Zwar kann es durchaus zu echten Debatten kommen, aber die haben Seltenheitswert.</p>
<p>Der wahre Schatz der unprofessionellen Meinungsvielfalt des Internets liegt meiner Meinung nach einerseits in einem sehr hohen Unterhaltungswert und andererseits &#8211; zumindest für Deutschland noch &#8211; in einer pratkisch uneingeschränkten Informationsfülle. Auch wenn viele Informationen schlecht aufbereitet sind und in ihrer Auswahl nicht selten den politischen und ideologischen Meinungen derjenigen, die sie ins Netz stellen entsprechen, erlauben sie es dem freien Bürger doch, sich unabhängig von großen Medien zu informieren, seinen eigenen Interessen nachzugehen und sich selbst zu bilden. Und das meine ich auch im Sinne von &#8222;sich-ein-Bild-machen&#8220;. Genau daran habe ich wie gesagt immer wieder großen Spaß. Staunend und schaudernd sitze ich dann vor meinem Rechner, lasse unzählige mögliche Welten an mir vorbeiziehen und lerne von Dingen, die ich ohne das Internet nie gefunden hätte und die nicht selten wesentlich interessanter sind, als was ich soeben recherchieren wollte.</p>
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