Dies ist der Anfang

By giebelbaerchen

Ist dies ein guter Zeitptunkt, um dies hier zu beginnen? Wenn es so etwas, wie einen guten Zeitpunkt für solche Dinge gibt, wenn nicht jeder Zeitpunkt so gut ist, wie jeder andere, dann ist dieses wohl ein guter Zeitpunkt. Ich wollte diesen Blog noch in diesem Jahr starten und das ist mir dann hiermit wohl auch gelungen.

Viel mehr als ein „hello world“ wird dieser Beitrag aber wohl nicht. Was soll man auch sagen an so einem Tag? Über das Vergangene sinnieren? Es wird auch morgen noch genauso vergangen sein, wie heute. Es gibt keinen guten Grund, darüber ausgerechnet jetzt zu schreiben. Es gibt keinen Grund, verpasste Chancen und die unzähligen Momente, in denen man einfach mal wieder links oder rechts vom Leben überholt wurde, Revue passieren zu lassen. Es gibt auch keinen Grund unter das Gute und das Schlechte einen Bilanzstrich zu ziehen und abzurechnen. Die Bilanz ist seit Jahren die Gleiche und verändert sich doch ständig, je nach dem ob wir einen guten oder einen schlechten Tag haben. Warum sollten wir uns also die Mühe machen?

Ich könnte, werden Sie jetzt einwenden, wenn ich schon nicht über die Vergangenheit spreche, wenigstens über die Zukunft schreiben. Doch auch hier muss ich Ihnen die – zugegeben rhetorische – Frage nach dem Sinn stellen: Was bringt es, wenn die guten Vorsätze doch nie halten, warum soll ausgerechnet ein Tag, den die meisten Menschen im Vollrausch beenden, besonders geeignet für einen Neuanfang sein? Wir wachen ja doch wieder in den gleichen Kissen, die nach uns riechen, wieder auf, wir haben doch den gleichen Kater wie nach jeder guten oder schlechten Feier, warum sollten wir ausgerechnet da neu anfangen? Warum nicht heute, warum erst ab morgen das letzte Mal an jemand denken? Warum ab morgen mutiger sein? Warum nicht jetzt? Die heutige Nacht ist eine Nacht wie jede andere. Der Mond ist aufgegangen, der große Wagen leuchtet ungerührt, in dieser Nacht sterben genauso Menschen, wie in der letzten, in dieser Nacht plätschert der Bach genauso wie in der letzten, es gibt keinen guten Grund ausgerechnet jetzt über die Zukunft zu schreiben, denn der Bach und der Mond und der große Wagen werden auch in der nächsten Nacht noch da sein. Es wird morgen genauso schwer sein, wie heute und in drei Tagen, ein anderer Mensch zu werden und die Menschen sind auch in hundert Jahren noch genauso unberechenbar und schlecht und dennoch liebenswürdig wie heute. Und wenn ich nicht über einen Neuanfang schreibe, was soll ich dann über die Zukunft sagen? Das sie so beliebig ist, wie die Vergangenheit? Das wäre hiermit gesagt.

Was bleibt mir heute also anderes, als zu behaupten, ich wäre jetzt hier und es dabei zu belassen? Hallo Welt!

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